KIM Wahlprüfsteine zur Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg


Im Oktober 2025 erbaten wir von den im Baden-Württembergischen Landtag vertretenen Parteien und der Partei Die Linke eine Positionierung zu wichtigen Fragen der Integrativmedizin. Wir stellen Ihnen hiermit die Antworten der Parteien, die uns bis Ende Januar 2026 erreicht haben zu Verfügung.

Insgesamt fällt auf, dass Forschung auf dem Gebiet der Integrativen Medizin von allen Parteien begrüßt wird. Die Vorschläge, mit welchen Maßnahmen dies realisiert werden soll, bleiben jedoch vage. Deshalb müssen in den vermutlich notwendigen Koalitionsverhandlungen konkretere Schritte zur Forschungsförderung und Implementierung von integrativen Modellen vereinbart werden. Als Kompetenznetz schlagen wir folgende Maßnahmen vor:

1.      Aufbau einer „Modellregion Integrative Medizin“ in Baden-Württemberg mit kontinuierlich verfolgten und weiterentwickelten Projekten zur Implementierung, Finanzierung und Vernetzung unter Einbeziehung wissenschaftlicher Begleitforschung.

2.      Einrichtung eines dafür zuständigen eigenen Referats für Integrative Medizin im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration (Vertiefung, Verstetigung).

3.      Ausbau des Projekts „Gesundheitsstandort Baden-Württemberg“ oder einer vergleichbaren sektorübergreifenden Kooperation unter Einbeziehung der auf dem Feld der Integrativen Medizin im Land tätigen Krankenhäuser, ambulanten Medizinversorger, Arzneimittel- und Medizinprodukte-Hersteller, Kostenträger und Patientenvertreter.



KIM-Koordinationskreis

Marcela Winkler, Thomas Breitkreuz, Elke Kaschdailewitsch, Klaus Kramer, Rolf Heine 


Wahlprüfsteine


1.      Forschung:

In der medizinischen Wissenschaft wird die Wirksamkeit komplementärer Verfahren kontrovers diskutiert. Eine Ablehnung wird zumeist mit der unzureichenden Studienlage für zahlreiche Behandlungsmethoden begründet. Zugleich wächst die Zahl positiver wissenschaftlicher Publikationen weltweit rasant.

Welche Maßnahmen schlägt Ihre Partei vor, um die wissenschaftliche Erforschung komplementärer Verfahren weiter voran zu bringen? 


Serviceliste

2.     Klinische Versorgung:

Zahlreiche Kliniken im Land bieten bereits komplementäre Maßnahmen in der Onkologie und Palliativmedizin an. In der Regel sind diese Leistungen unterfinanziert, obwohl sie aus Patientenperspektive wichtig und wirksam sind.

Was plant Ihre Partei, um den Bedarf und die Effektivität komplementärer Leistungen in Kliniken und ambulant zu überprüfen und die Verfügbarkeit ggf. zu verbessern? 

Neuer Text

Serviceliste

3.      Pflege:

 Viele komplementäre Behandlungsmaßnahmen werden durch Pflegefachkräfte erbracht. Sie können den Kompetenz- und Verantwortungsbereich der Pflege im stationären und ambulanten Bereich ausweiten und damit die Berufszufriedenheit fördern.

Welche Pläne hat ihre Partei, um die Weiterbildung im Bereich komplementärer Methoden für Gesundheitsberufe, im besonderen auch der Pflege qualitativ zu sichern und nachhaltig zu fördern? 


Serviceliste

 4.     Lebensstil als Prävention:

Die Bedeutung des Lebensstils für die Gesundheit ist wissenschaftlich erwiesen. Ernährung, Bewegung oder Stressmanagement sind Felder mit gravierendem Einfluss auf akute und chronische Erkrankungen, wie Diabetes Typ 2, Herzinfarkt, Schlaganfall, Depression und Demenz. Zugleich besteht hier eine Kernkompetenz der Naturheilkunde und Integrativen Medizin. Welche politischen Weichenstellungen plant Ihre Partei, um die Prävention in diesen Bereichen zu stärken und die Wirksamkeit der Maßnahmen sichtbar zu machen? 

Serviceliste

5.        Antibiotikaresistenz und Kostenentwicklung im Gesundheitswesen:

Integrativmedizinische Verfahren können helfen unnötige Medikamenteneinsätze zu vermeiden – beispielsweise bei bestimmten Antibiotikaanwendungen. So können langfristig Antibiotikaresistenzen verringert und Kosten gesenkt werden. Welche Ansätze sieht Ihre Partei, um die Potenziale integrativer Medizin für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen zu prüfen?

Serviceliste